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Und doch gibt es Freudiges.

Frauentreff, Männertreff und die Begegnungsstätte allgemein

In einer Zeit mit vielen negativen Ereignissen und damit verbunden unguten Gefühlen und Gedanken ist es manchmal schwer, etwas Positives zu finden. Und doch gibt es Freudiges. Dazu gehören auch immer wieder vertraute Beziehungen und gegenseitige Unterstützung.

Genau das zu fördern haben sich die Mitarbeiterinnen und Helfer in der Begegnungsstätte Aue, ehemals „Auer Brücke“ vorgenommen. Aber nein, dies ist nicht nur ein gut ausgedachter Plan, sondern tägliche Herzensangelegenheit. Für die Helfer ist es wichtig, mit den Menschen gemeinsam zu arbeiten, etwas für sie zu tun und sie in ihrem eigenen Tun zu stärken. Die Mitarbeiter der Begegnungsstätte helfen Menschen aus verschiedenen Nationen, die aus ganz verschiedenen Gründen hier zu unseren Mitmenschen geworden sind. Sie helfen ihnen, hier wirklich anzukommen und anderen Menschen begegnen zu können.

Corona konnte dies zwar bremsen, aber nicht ganz ausbremsen. Einzelkontakte unter Einhaltung strenger Hygieneregeln, die Nutzung moderner Kommunikationsformen waren im Prinzip immer möglich. Dennoch bestand stets der Wunsch, wieder wirklich miteinander leben, lernen, sich begegnen zu können. Seit der Lockerung der Coronamaßnahmen spüren die Mitarbeiter: Es ist wieder ein Kommen und Gehen in der Begegnungsstätte, Familien, Schulkinder machen sich auf den Weg, kommen gern. Die Angst hinauszugehen und mit anderen zusammenzukommen, ist kleiner geworden.

Immer wieder lachen die Menschen auch miteinander. Das ist wichtig, gerade wenn man oft nicht viel zu lachen hat. Die Sorge um die Angehörigen im Heimatland, die Frage „Lasse ich mich impfen?“, das Bangen um den Aufenthalt, dies und vieles mehr bewegt die Menschen. Dabei können sich manche noch nicht sehr gut verständlich machen. Doch sie wollen lernen, sie wollen sich begegnen, sie wollen in gutem Kontakt friedlich mit „uns Deutschen“ leben. Und immer wieder erleben die Helfer in der Begegnungsstätte, dass Verstehen auch ohne Worte möglich ist. Das funktioniert aber nur durch die kontinuierliche Arbeit, durch die Regelmäßigkeit der Begegnungsangebote. Der Frauentreff war in Aue ja bereits seit Jahren ein wichtiger Anlaufpunkt für Frauen und Kinder. Dazu gekommen ist ein inzwischen gut besuchter Männertreff, wie der Frauentreff ebenfalls gefördert im Rahmen der lokalen Partnerschaft für Demokratie.

Es ist nur schwer vorstellbar, dass es diese Begegnungsangebote vielleicht bald nicht mehr geben könnte. Dies liegt jedoch zumindest im Bereich des Möglichen, denn die Gesamtfinanzierung der Begegnungsstätten ab 2022 ist noch nicht gesichert. Damit sind Sorgen der Helfer verbunden: Wie wird es mit den Menschen weitergehen? Finde ich selbst wieder etwas, wo ich tätig werden kann? Nein, nicht unbedingt, ob ich überhaupt wieder etwas finde, sondern einen Platz, wo ich etwas bewirken kann in der Arbeit mit Menschen. Damit ist man schon wieder bei Negativem. Aber wie hieß es am Anfang dieses Textes: Und doch gibt es Freudiges.

Förderhinweis: Der Frauen- und Männertreff erhalten 2021 Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ und eine Kofinanzierung vom Landespräventionsrat Sachsen.