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Soziale Kompetenzen als Projektinhalt

Soziale Kompetenzen als Projektinhalt

Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ fördert verschiedene Projekte in Aue-Bad Schlema, Schneeberg und Lößnitz. Die freie Journalistin Katja Lippmann-Wagner begleitet ausgewählte Veranstaltungen und berichtet darüber. Heute: Das Projekt „Sozialkompetenztraining“ bei der Wohngruppe „Villa Hoffnung“ in Schneeberg.


In der Wohngruppe „Villa Hoffnung“ in Schneeberg, die sich in Trägerschaft der Herr-Berge befindet, hatten Ende 2019 zehn Jungs ein neues Zuhause gefunden. Die Villa ist eine richtige Wohnung mit Wohnzimmer, Küche, zwei Bädern und einem Garten. Die Kinder und Jugendlichen schlafen in Ein- oder Zweibettzimmern. Sowohl deutsche Jugendliche aus sozialschwierigen Verhältnissen als auch Flüchtlinge, die allein nach Deutschland – also unbegleitet – gekommen sind, gehören dazu. Die Entscheidung über eine Unterbringung in der Jugendwohngruppe trifft immer das Jugendamt. Mitarbeiterin Anke Nick und Bereichsleiterin Kerstin Kehrer sind überzeugt davon, dass eine reine Jungengruppe besser ist. In der Wohngruppe werden Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 18 Jahren betreut. „Sie bleiben normalerweise bis zur Volljährigkeit bei uns“, sagt Kehrer und verweist darauf, dass die meisten ihrer Bewohner etwa vier Jahre in der Einrichtung sind. Mehr als zehn junge Leute konnte man in die Volljährigkeit entlassen. Dabei ist ein geheimes Ziel die Wiedereingliederung in ihre Familien. „Aber ganz oft ist das doch nicht der Weg“, so Kehrer.

„Demokratie leben!“ hat der „Villa Hoffnung“ das Projekt „Sozialkompetenztraining“ mit dem Verein für Aktivität und Prävention (VAP e.V.) aus Aue-Bad Schlema finanziert. „Es ging dabei um das alltägliche Verhalten der Jugendlichen“, sagt Mitarbeiterin Anke Nick. Grundbegriffe wie eigene Reflexion, was erwarte ich von anderen, was ist ein respektvoller Umgang waren Inhalt der Schulung. „Der VAP hat das Training geleitet“, so Bereichsleiterin Kerstin Kehrer. Weil es manchmal ganz wichtig sei für ein solches Training das bekannte und alltägliche Umfeld zu verlassen, haben die Jungs dieses im Tagungsraum der Herr-Berge in Burkhardtsgrün absolviert. Die beiden Mitarbeiterinnen waren von der großen Wirkung des Trainings angetan. „Unsere Jugendlichen sind wirklich sehr stark ins Denken gekommen“, so Nick. Denn für viele stellt sich die Frage, welchen Weg sie im Leben gehen wollen. So wurden an den drei Schulungsterminen im November unter anderem die Wichtigkeit des regelmäßigen Schulbesuchs thematisiert und verschiedene Fragen aufgegriffen: „Wer gibt mir Halt und Wer motiviert mich – solche Fragen wurden besprochen“, so Kehrer. Das Training habe noch lange nachgehallt und war selbst einen Monat später noch Thema.

Gerade die Jungs mit Migrationshintergrund befinden sich in einer schwierigen Situation. „Vorurteile unseren Jungs gegenüber sind leider normal und unterschwellig immer vorhanden“, wissen die Mitarbeiterinnen der „Villa Hoffnung“. Erst durch persönliche Kontakte würden diese schwinden. Sie erleben die Jugendlichen aus anderen Ländern als sehr offen und ehrlich. Die Schulung mit dem VAP hätte viel bei ihnen in Bewegung gesetzt.