Gewalt, Mobbing, Ausgrenzung und die Suche nach Anerkennung – Themen, die zum Alltag junger Menschen gehören können und über die dennoch oft nur schwer gesprochen wird. Mit dem Theaterprojekt „Und dann kam Alex“ wurden genau diese Themen im September an zwei Oberschulen in Aue-Bad Schlema aufgegriffen.
Am 8. September 2026 war das Projekt an der Oberschule Aue-Zelle zu Gast, einen Tag später, am 9. September, an der Oberschule Westerzgebirge Aue-Bad Schlema. Durchgeführt wurde das Projekt vom Theater-Ensemble Radiks e. V.
Hinschauen statt wegsehen
Im Mittelpunkt des Theaterstücks steht Alex. Seine Geschichte verbindet unterschiedliche Lebensbereiche und Konflikte miteinander. In kurzen und eindringlichen Szenen geht es um Gewalt, Mobbing und Bullying, aber auch um den Wunsch nach Nähe, Anerkennung und Zugehörigkeit. Dem gegenüber stehen Sprachlosigkeit, Ignoranz und fehlende Perspektiven.
Damit greift das Stück Situationen und Gefühle auf, die Jugendlichen aus ihrem eigenen Umfeld bekannt sein können. Persönliche Erfahrungen werden mit gesellschaftlichen Zusammenhängen verbunden und aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet. Das Theater schafft dabei einen besonderen Zugang: Konflikte werden nicht abstrakt erklärt, sondern auf der Bühne sichtbar und emotional erfahrbar.
Theaterstück vorbei – Gespräch beginnt
Ein wichtiger Bestandteil des Projektes waren deshalb die Nachgespräche und Reflexionsrunden. Die Jugendlichen erhielten die Möglichkeit, das Gesehene einzuordnen, Fragen zu stellen und über eigene Erfahrungen nachzudenken. Ergänzend kam pädagogisches Begleitmaterial zum Einsatz.
Gerade dieser Austausch zeigte die Wirkung des Projektes: Nach Einschätzung der Lehrkräfte fühlten sich Teilnehmende mit ihren Problemen verstanden, angesprochene Situationen konnten gemeinsam betrachtet und Missverständnisse geklärt werden.
Konflikte verstehen – gemeinsam Lösungen finden
„Und dann kam Alex“ wollte nicht mit dem erhobenen Zeigefinger erklären, wie Jugendliche handeln sollen. Vielmehr eröffnete das Projekt einen Raum, in dem schwierige Situationen sichtbar gemacht, Perspektiven gewechselt und Möglichkeiten eines respektvollen Umgangs miteinander diskutiert werden konnten.
Damit leistete das Projekt einen Beitrag zur Demokratiebildung und demokratischen Konfliktbearbeitung. Im Mittelpunkt standen der Umgang mit Konflikten, die Vermittlung von Konfliktlösungsstrategien sowie die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Problemlagen.
Denn Demokratie zeigt sich nicht nur bei Wahlen oder in politischen Debatten. Sie beginnt auch dort, wo Menschen einander zuhören, unterschiedliche Perspektiven wahrnehmen, Konflikte ohne Gewalt austragen und Verantwortung füreinander übernehmen.
Wir bedanken uns beim Theater-Ensemble Radiks e. V., den beteiligten Schulen und allen Mitwirkenden für die Umsetzung des Projektes und bei den Jugendlichen für ihre Offenheit und ihre Bereitschaft, sich auf diese wichtigen Themen einzulassen.