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Mit Powerbanks und Manpower in der Jugendarbeit

Die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Maßnahmen zu deren Eindämmung haben auch die Arbeit der Jugendbeteiligung Aue-Bad Schlema beeinflusst. „Zurückgeworfen hat es uns nicht, aber es hat zu einer Stagnation geführt“, sagt Jana Kaube vom Bürgerhaus Aue. Unter dem Dach des Fördervereins Jugend-, Kultur- und Sozialzentrum Aue e. V. heißt es „Starke Jugend – grenzenlos“. In vergangenen Jahren waren Kinder und Jugendliche immer am dritten Donnerstag im Monat ab 16 Uhr zu einem Stammtisch ins Bürgerhaus eingeladen. Alles, was auf den Nägeln brannte, wurde in dieser Runde erörtert, diskutiert und im besten Fall gelöst. Den letzten Kinder- und Jugendstammtisch im Rahmen der regelmäßigen Treffen hat es im Februar dieses Jahres gegeben. Darüber hinaus – so sagt es Jana Kaube – mussten sie und ihre Mitstreiter vor allem flexibel sein. „Wir haben ad hoc reagiert und unsere Treffen immer an die aktuellen Aktivitäten gebunden“, so Kaube. Die Jugendlichen, die sich einbringen, sind sowieso stets an die verschiedenen Aktivitäten gebunden. „Wir müssen immer schauen, wo gerade deren Interessen liegen“, so Kaube. Jugendarbeit sei erfahrungsgemäß eine Sinuskurve. „Je cooler die Aktion ist, umso besser die Beteiligung“, schmunzelt die Vorsitzende des Fördervereins.  

Daher fällt der Jahresrückblick 2020 trotz der Corona bedingten Einschränkungen gar nicht schlecht aus. Da sich Kaube in der Oberschule Westerzgebirge auf eine gute Zusammenarbeit mit der dortigen Sozialarbeiterin verlassen kann, konnte der Prozess des Zusammenwachsens vorangetrieben werden. Der Zusammenschluss der beiden Kommunen zieht dieses auch in der Jugendarbeit nach sich. „Das Zusammenwachsen der beiden Jugendbeteiligungen war eine der vordergründigen Aufgaben“, erklärt Jana Kaube, die selbst zukünftig beide Standorte – jenen im Bürgerhaus und jenen in der Oberschule Westerzgebirge – beibehalten und die vorhandenen Strukturen nutzen will. Die Mittel aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ konnten 2020 für verschiedene Projekte eingesetzt werden. So konnte für die Skaterbahn in Bad Schlema ein Geräteschuppen aufgebaut werden. „Die Anlage wird ja von den Mädchen und Jungen sauber gehalten. Damit sie nicht alles hin und hertragen müssen und der Schubkarren sicher steht, haben wir die Anschaffung eines Schuppens unterstützt.“ Auch am Bolzplatz an der Schlemaer Straße hat sich einiges getan. Der Platz gehört zur Blema Kircheis. Die Jugendbeteiligung nutzt und pflegt ihn in Kooperation mit Help e.V. „Dort ist eine Schutzhütte entstanden. Wir haben einen Basketballkorb und Bänke aufgebaut“, zeigt sich Kaube zufrieden.

Als Anerkennung für besonders aktive Kinder und Jugendliche ging es mit der Jugendbeteiligung in der ersten Sommerferienwoche in die Jugendherberge nach Hormersdorf. In den zwei Tagen standen für die insgesamt 14 Teilnehmer nicht nur Freizeitaktivitäten auf dem Programm. Es sollten auch Pläne fürs zweite Halbjahr und für 2021 geschmiedet werden. „Wir waren wandern und hatten verschiedene teambildende Maßnahmen.“ Unter anderem sollten die Teilnehmer für demokratische Prozesse sensibilisiert werden.

Ein weiterer wichtiger Punkt der Aktivitäten im Jahr 2020 war die Öffentlichkeitsarbeit und die damit verbundene Nachwuchsgewinnung. „Die Aktivierung neuer Jugendlicher ist immer ein Thema. Wir versuchen, jugendgerecht Werbung zu machen und haben im Merchandisingbereich in diesem Jahr beispielsweise auf Powerbanks gesetzt. Das ist etwas, was bei den jungen Leuten ankommt und sich einprägt“, so Jana Kaube.  

Aus dem Gesamtjugendfonds wurde zudem ein Rollup finanziert, das ein Blickfang bei Veranstaltungen werden soll. Auf diesem sind Fotos von Aktionen aus den Jugendbeteiligungen aller drei Kommunen Aue-Bad Schlema, Lößnitz und Schneeberg zu sehen. Das Rollup sei sehr gelungen, heißt es. Ein Wermutstropfen blieb zum Jahresausgang trotzdem: Der Auswertungsworkshop, beim dem die zahlreichen Teilnehmer in vorangegangenen Jahren reflektiert und geplant hatten, wurde aufgrund der rasanten Entwicklung des Infektionsgeschehens zwangsläufig abgesagt.

Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ und der Landespräventionsrat Sachsen fördern verschiedene Projekte in Aue-Bad Schlema, Lößnitz und Schneeberg. Die freie Journalistin Katja Lippmann-Wagner begleitet ausgewählte Veranstaltungen und berichtet darüber.