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Internationales Jugendcamp neu definiert

Eigentlich war in der OASE des Blauen Kreuzes in Lößnitz Anfang September erneut ein internationales Jugendcamp geplant. Die Verträge waren geschrieben, Anmeldungen lagen selbst aus fernen Ländern vor – doch dann kam 2020 die Corona-Pandemie und nichts entwickelte sich, wie es einmal war. „Deshalb hat der Internationale Jugendgemeinschaftsdienst in Berlin den Vertrag gekündigt“, sagt Streetworker Matthias Förster. Natürlich ärgerten sich die Lößnitzer, suchten aber nach einer sinnvollen Alternative. Schließlich hatten sie über das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ für das Camp Fördermittel beantragt und auch genehmigt bekommen. Die Lösung war genial und letztendlich auch international. Die OASE knüpfte Kontakt mit der Villa Hoffnung in Schneeberg, einer Jugendwohngruppe, die zur HERR-BERGE Senioren-, Familien und Behindertenzentrum der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden in Westsachsen e.V. gehört. Dort haben unter anderem auch unbegleitete minderjährige Ausländer ein Zuhause gefunden. „Unser Ziel war es mit den Kindern und Jugendlichen aus der Wohngruppe und unseren Jugendlichen eine Arbeitsbegegnung zu organisieren“, so Förster, der schon 2015 gute Erfahrungen mit Geflüchteten gemacht hat. „Es ging um das Verstehen untereinander und um unkomplizierte Begegnungen mit unseren Jugendlichen“, erklärt der Streetworker den Ansatz.

Die konkrete Aufgabe während der Arbeitsbegegnung waren Arbeiten im Außengelände der OASE.  „Wir haben eine Wiese, die wir beispielsweise bei unserem Familienaktionstag nutzen“, so Förster. Das Problem: Wühlmäuse und Maulwürfe hatten diese kleine grüne Oase für sich entdeckt und dummerweise richtig zerstört. „Wir haben die Wiese in der ersten Herbstferienwoche komplett umgegraben und aufgefräst, um die ganzen Unebenheiten zu beseitigen“, sagt Matthias Förster. Nachdem das erledigt war, mussten die Jugendlichen 21 Kubikmeter Mutterboden auf der etwa 700 Quadratmeter großen Fläche aufbringen und begradigen. Anschließend wurde angesät. „Es ist sogar aufgegangen. Sieht jetzt aus wie Ostergras“, lacht Matthias Förster. Die Jugendlichen aus der Villa Hoffnung reisten jeden Morgen aus Schneeberg an. Zu den fünf Teilnehmern aus Schneeberg kamen noch zirka 15 aus Lößnitz. Dabei hat sich der Spruch „viele Hände, schnelles Ende“ bewahrheitet. Denn früher als geplant, war die Wiese fertig und es konnten weitere Arbeiten durchgeführt werden. „Es sollte aber nicht nur Arbeit sein, deshalb waren wir mit den Jugendlichen auch noch im Aquamarien in Marienberg und im Kletterwald in Geyer.“ Damit sei auch der Erlebnisfaktor nicht zu kurz gekommen.

Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ und der Landespräventionsrat Sachsen fördern verschiedene Projekte in Aue-Bad Schlema, Lößnitz und Schneeberg. Die freie Journalistin Katja Lippmann-Wagner begleitet ausgewählte Veranstaltungen und berichtet darüber.